Gipsfaserplatten und ihre vielfältigen Einsatzbereiche

Ob im Holzbau oder Trockenbau, als Trockenestrich oder Trockenputz – die Gipsfaserplatte kommt vielfältig zum Einsatz.

Herstellung

Bei der Herstellung von Gipsfaserplatten werden nur die natürlichen Zutaten Gips, Zellulose und Wasser verwendet. Diese Zutaten werden gemischt, zu Platten gepresst, getrocknet und anschließend auf die gewünschte Größe geschnitten. Irgendwelche künstlichen Zusätze sind nicht notwendig, baubiologisch und ökologisch sind die Platten daher völlig unbedenklich. Im Unterschied zu Gipskartonplatten, die eine Kartonummantelung und einen Gipskern besitzen, bestehen Gipsfaserplatten aus einer homogenen Mischung aus Gips und Zellulosefasern. Dadurch entsteht ein Werkstoff mit einer verbesserten Druck-, Biege- und Scherfestigkeit. Kein Wunder, dass manche Gipsfaserplatten dann auch statische Aufgaben übernehmen können. Häufig erhalten Gipsfaserplatten heutzutage eine werkseitige Hydrophobierung. So ausgestattet, werden die Platten feuchtigkeitsabweisend und können in Feuchträumen verwendet werden. Gipsfaserplatten werden der Baustoffklasse A2 zugeordnet, sie sind also nicht brennbar.

Die Standardabmessungen von Gipsfaserplatten:

Gipsfaserplatten gibt es in verschiedenen Größen für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke. Neben den Standardabmessungen werden von den Herstellern auch individuelle Größen angeboten.

Format 10 mm 12,5 mm 15 mm 18 mm
Flächengewicht m² 11,5 kg 15 kg 18 kg 21 kg
150 x 100 cm + + + +
200 x 124,9 cm + + + +
200 x 62,5 cm + + + +
250 x 124,9 cm + + + +
254 x 124,9 cm + + + +
260 x 62,5 cm + + + +
275 x 14,9 cm + + + +
300 x 124,9 cm + + + +

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Gipsfaser-Verbundplatten

Neben den herkömmlichen Gipsfaserplatten gibt es noch die Gipsfaser-Verbundplatten. Bei diesen Platten ist zusätzlich zur Gipsfaser noch eine Wärmedämmung unterschiedlicher Dicke aufkaschiert. Damit lässt sich dann zum Beispiel die Innenseite von Außenwänden oder die Wand zwischen zwei Räumen mit großem Temperaturunterschied dämmen. Die handlichen Platten der Größe 150 x 100 cm bestehen aus einer 10 mm starken Gipsfaserplatte und einem Schaumkunststoff, der unterschiedlich dick sein kann. Die Gipsfaser-Verbundplatten werden auf Stoß montiert. Dadurch, dass der Dämmstoff allseitig etwas übersteht, bildet sich dabei automatisch der für die Verspachtelung benötigte Fugenabstand von 5 mm.

Trockenunterboden

Insbesondere bei der Altbausanierung werden Gipsfaserplatten gerne als Trockenunterboden verwendet. Weil die Belastungen hier ungleich größer sind als bei einer Wandbekleidung, werden hier zwei Gipsfaserplatten der Stärke 10 mm oder 12,5 mm versetzt zueinander verklebt. Zusätzlich ist häufig noch eine Wärmedämmung aufkaschiert. Nach dem Verlegen des Trockenestrichs ist die Fläche sofort begehbar und auch der Oberbelag kann sofort verlegt werden. Dabei stehen dem Verleger Fliesen, Parkett, Laminat oder auch PVC zur Wahl. Während die Fliesen und mitunter auch das Parkett fest verklebt werden, erfolgt die Verlegung der Trockenestrich-Elemente schwimmend. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Holzbalken- oder Massivdecke handelt.

Montagewände

Auch die Beplankung von Montagewänden ist ein wichtiges Einsatzgebiet von Gipsfaserplatten. Bei der Montagewand handelt es sich um eine leichte Trennwand ohne tragende Funktion. Sie besteht aus einer Unterkonstruktion aus Holz oder Metall und der ein- oder mehrlagigen Beplankung. Um den Wärme-, Schall- oder Brandschutz zu verbessern, kann in den Zwischenraum noch ein Dämmstoff gepackt werden. Befestigt werden die Gipsfaserplatten mit Hohlkopfnägeln, Schnellbauschrauben oder Klammernägeln. Abschließend werden die Wände noch mit einer Beschichtung nach Wahl versehen.

Fertighäuser

Einen festen Platz haben Gipsfaserplatten bei allen Fertighaus-Herstellern eingenommen. Bei Fertighäusern werden sowohl Innen- als auch Außenwänden mit den robusten Platten verkleidet. Dank ihrer Charakteristik können sie dabei sogar statische Aufgaben übernehmen und zum Beispiel Windkräfte und vertikale Belastungen abtragen. Werden Außenwände mit Gipsfaserplatten verkleidet, kann die Fassade anschließend mit einer Bretterschalung, einem Wärmedämmverbundsystem oder einer Mauerwerk-Vorsatzschale versehen werden. Es stehen also alle Möglichkeiten offen. Und drinnen können die Gipsfaserplatten auch als Putzersatz dienen. Die Befestigung der Platten erfolgt mit einem Spezialgips, Schrauben oder Dübel sind dabei nicht notwendig.

Tipps für die Weiterverarbeitung

Die Gipsfaserplatten können, wenn sie gut verspachtelt wurden, sofort mit einer Dispersionsfarbe angestrichen werden. Auch Lack- und Latexfarben sind möglich. Wer allerdings einen mineralischen Anstrich oder Silikatfarbe verwenden möchte, muss sich zuvor die Freigabe vom jeweiligen Gipsplattenhersteller einholen. Das Tapezieren ist mit allen Arten von Tapete außer der Vinyltapete möglich. Es ist keine vorherige Grundierung notwendig und es kann herkömmlicher Tapetenkleister verwendet werden. Auch das Verputzen mit einem Strukturputz ist möglich, allerdings darf die Putzschicht höchstens vier Millimeter dick sein, wobei die Spachtelfugen sind mit einer Armierung zu versehen sind. Schließlich können Gipsfaserplatten unter Verwendung eines Dünnbettklebers auch verfliest werden.