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Abdichtung & Dämmung

Auf die Dämmung kommt es an – bei Neubauten und auch bei Sanierungsobjekten. Ist ein Dach ungedämmt bzw. nicht ausreichend gedämmt, können bis zu 30 % der Heizenergie ungehindert entweichen. Die fachgerechte Abdichtung steuert dem entgegen, hält die Wärme im Haus und hilft Ihnen dabei, Energie und Geld zu sparen. Verschiedene Dämmstoffe kommen infrage. Je nach Dachart – Steildach oder Flachdach – variiert die Dämmkonstruktion.

SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG

Materialien für die Dachdämmung

Expandiertes Polystyrol (EPS)

EPS ist im Verhältnis zu seiner guten Dämmleistung momentan das günstigste Dämmmaterial. Mit einer Wärmeleitfähigkeit (U-Wert) von höchstens 0,032 – 0,040 W/(m2·K) weist es gute Wärmedämmeigenschaften auf und ist sehr leicht zu verarbeiten. Durch seine eher diffusionsdichte Struktur ist EPS zwar beständig gegenüber Feuchtigkeit, allerdings reguliert es diese nicht wie andere diffusionsoffene Dämmungen. Die Oberfläche von EPS-Platten ist nicht UV-beständig und muss daher beispielsweise bei der Flachdachdämmung durch eine Kiesschüttung oder Bitumenbahnen geschützt werden.

Resol-Hartschaum

Auf dem neuesten Stand der Technik ist der Dämmstoff Resol-Hartschaum. Das Material, das auf dem Dach ganz einfach in Platten verlegt wird, ist sehr dünn und überzeugend effizient: Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,022 – 0,025 W/(m²·K) erzielt es beste Dämmergebnisse, die die Vorgaben der EnEV erfüllen. Außerdem kann der Dämmstoff sehr schmal verbaut werden, wodurch sich schlanke Dachaufbauten realisieren lassen. Im Gegensatz zu vergleichbaren Materialien ist Resol-Hartschaum sehr diffusionsfähig und beugt der Entstehung von Schimmel vor.

Mineralwolle

Zwar ist die Wärmeleitfähigkeit von 0,035 – 0,041 W/(m²·K) bei Mineralwolle nicht ganz so gut wie bei EPS, dafür punktet der Dämmstoff mit vielen anderen Vorteilen. Seine Flexibilität und die leichte Verarbeitung machen das Material vor allem für die Zwischen- und Untersparrendämmung zu einem beliebten Dämmstoff. Erhältlich in den Brandschutzklassen A1 und A2 gilt Mineralwolle als nicht brennbar.  Mineralwolle ist sehr widerstandsfähig und hat eine lange Lebensdauer – insofern sie optimal gegen Feuchtigkeit geschützt ist. Bei zu hoher Feuchtigkeitsbelastung verliert das Material schnell an Dämmleistung.

Extrudiertes Polystyrol (XPS)

XPS unterscheidet sich von EPS nur in seiner Verarbeitung. Bei EPS sind durch die Expansion einzelne Perlen zu erkennen, während XPS-Platten eine gleichmäßige Schaumstruktur besitzen, die durch die  Komprimierung (Extruktion) von Polystyrol entsteht. XPS ist sehr witterungsbeständig und weist bei viel dünnerer Stärke gleiche Dämmwerte wie EPS auf. Bei der Aufsparrendämmung beispielsweise werden so viel schlankere Aufbauten erreicht. XPS sollte bei der Dachdämmung vor dauerhafter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Wie auch EPS wird XPS mit der Brandschutzklasse B1 – schwer entflammbar – eingestuft.

Polyurethan und Polyisocyanurat (PUR/PIR)

PUR und PIR eignen sich gleichermaßen für alle Verfahren der Dachdämmung. Beide Materialien sind resistent gegenüber Witterung sowie Feuchtigkeit und besitzen hervorragende Dämmeigenschaften mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,024 – 0,029 W/(m²·K). Trotz geringerer Dicke dämmt der Hartschaum besser als herkömmliche Dämmstoffe. Grund dafür ist sein Vernetzungsgrad, der dem Hartschaum mehr Stabilität und eine besondere thermische Beständigkeit verleiht. Die Brandschutzklassen variieren zwischen B1 und B2; PUR und PIR sind somit normal bis schwer entflammbar.

Holzfaser

Die geringe Wärmeleitfähigkeit von 0,040 – 0,045 W/(m²·K) macht Holzfasern zu einer natürlichen Alternative bei der Dachdämmung. Flexible Holzdämmplatten sind diffusionsoffen und haben ein höheres Feuchtespeichervermögen als konventionelle Dämmstoffe. Eine Holzdämmung trägt daher nicht nur zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit bei, auch das schnelle Auftreten von freiem Kondenswasser wird verhindert. Eine erhöhte Sicherheit vor Feuchteschäden ist gegeben, ohne dass die Dämmeigenschaften durch vorübergehende Feuchtewechsel beeinträchtigt werden. Dämmplatten aus Holz besitzen die Brandschutzklasse B2.

Wärmeleitfähigkeit (U-Wert)

Der U-Wert ist die wichtigste Kenngröße bei der Dachdämmung. Er gibt den Wärmeverlust des Bauteils pro Quadratmeter Fläche und je Grad Temperaturdifferenz zwischen innen und außen an. Je niedriger der U-Wert, desto größer ist die Energiesparleistung.

Wärmeleitfähigkeit W/(m²·K)Wasserdampf­diffusion μBrandschutzklasse
EPS0,032 – 0,04020 – 100B1
XPS0,032 – 0,04080 – 200B1
Resol0,022 – 0,02510 – 40B2
PUR/PIR0,024 – 0,02930 - 150B1
Mineralwolle0,035 – 0,0411 – 2A1
Holzfaser0,040 – 0,0455 – 10B2

Steildach

Generell unterscheidet man beim Steildach drei Dämmvarianten: Auf-, Zwischen- und Untersparrendämmung. Die Aufsparrendämmung wird oberhalb der Dachsparren und von außen angebracht. Die Zwischensparrendämmung kann sowohl von außen als auch von innen zwischen den Sparren montiert werden. Bei der Untersparrendämmung wird die Dämmung von innen unter den Sparren montiert und dient oftmals als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung von innen. Bei einem ungenutzten Dach­boden kann auch eine Dämmung der oberen Geschossdecke eingesetzt werden.

sd-Wert

Der sd-Wert gibt an, wie viel Widerstand in Metern ein Baustoff im Vergleich zu Luft gegen das Eindringen von Feuchtigkeit bietet. Je kleiner der sd-Wert ausfällt, desto dampfdurchlässiger ist ein Material.

Unterdeck- und Unterspannbahnen

Damit der Schutz des Daches vor Wind und Wetter langfristig gegeben ist, werden Unterdeck- und Unterspannbahnen als zusätzliche Maßnahme unterhalb von Dachdeckungen angebracht. Die Bahnen schützen die Dachkonstruktion vor hineinwehendem Regen, Schnee und Staub. Sie leiten eindringende Feuchtigkeit zur Traufe hin ab und dienen der Dachkonstruktion als zuverlässiger Feuchteschutz. Unterdeckbahnen und Unterspannbahnen werden auf die Dachsparren genagelt und sind direkt unter der harten Dacheindeckung angebracht. Ein Belüftungsraum muss dennoch berücksichtigt werden, damit das Regenwasser ablaufen kann. Eine Konterlattung wird speziell hierfür auf die Bahnen genagelt. Senkrecht dazu wird die Traglattung befestigt, an der danach die Ziegel oder Betondachsteine eingehängt werden.

Klassische Unterspannbahnen findet man heutzutage fast nur noch bei unausgebauten Dachgeschossen. Sie haben keine feste Unterlage und hängen zwischen den Sparren durch. Eine Unterspannbahn kommt also nur bei belüfteten Dachkonstruktionen zum Einsatz und muss deshalb nicht besonders diffusionsoffen sein.
Im Gegensatz zu den Unterspannbahnen liegen die Unterdeckbahnen auf einem festen Untergrund auf und müssen daher auf jeden Fall diffusionsoffen sein. Unterdeckbahnen kommen zur Wärmedämmung oder auch bei Schalungen zum Einsatz, wobei die Wärmedämmkonstruktion durch eine Luft- und Dampfsperre auf der Rauminnenseite ergänzt werden sollte. Außerdem werden an die Unterdeckbahnen hohe Anforderungen bezüglich der Schlagregendichtheit gestellt.

  1. Zwischensparrendämmung
  2. Sparren
  3. Schalung
  4. Unterdeckbahn
  5. Konterlattung
  6. Traglattung

Dampfbremse

Allein schon aus bauphysikalischen Gründen benötigt jede Dämmung im Dachgeschoss eine Dampfbremse. Je nach Anforderung kann die verwendete Dampfbremsfolie entsprechend den Gegebenheiten  ausgewählt werden. Gedämmte Dächer sollten generell innen dichter und nach außen immer dampfdurchlässiger aufgebaut sein. Werden beispielsweise diffusionsoffene Mineralwolldämmstoffe verarbeitet und ist eine wasserdampfdurchlässige Unterdeckbahn vorhanden, wählt man Dampfbremsen mit niedrigem sd-Wert. Sie lassen eine kontrollierte Diffusion zu.

Bei alten Unterdeckbahnen, die meist wasserdampfundurchlässig sind, sowie bei fehlenden Unterdeckbahnen empfiehlt sich eine Dampfbremse mit variablem Diffusionswiderstand, auch Klimamembran genannt. Diese funktioniert im Winter wie eine normale Folie: Sie verhindert, dass zu viel Wasserdampf ins Dach eindringt. Bei höheren Temperaturen, die in feuchten Dächern den Dampfdruck steigen lassen, öffnet die Dampfbremsfolie ihre Poren und lässt Feuchtigkeit zur kühlen Raumseite austreten. Die Verlegung einer Dampfbremsfolie erfordert extreme Sorgfalt, denn schon die kleinste Undichtigkeit genügt, um die Dämmung zu durchnässen. Spezielle Klebebänder und Dichtkleber helfen, besonders schwierige Stellen an Durchbrüchen und Anschlüssen sicher zu verschließen.

Dämmung der oberen Geschossdecke

Eine Dachbodendämmung ist immer dort zu empfehlen, wo der Raum gar nicht oder nur als reiner Lagerplatz genutzt wird sowie bei unzugänglichen Spitz- oder Kriechböden. Bei der Dämmung der obersten Geschossdecke kommt es, neben der Dämmung an sich, auch auf die Planung der späteren Dachbodennutzung an. Je nachdem, ob der Dachboden ungenutzt bleibt, einzelne Bereiche für die Lagerung von Hausrat dienen sollen oder der Raum komplett als Speicher verwendet wird, sind unterschiedliche Ausführungen der Geschossdeckendämmung möglich.

Bleibt der Dachboden ungenutzt, kann die gesamte Fläche mit weichen Dämmmatten ausgelegt werden. Diese lassen sich besonders schnell und einfach verlegen und bilden eine homogene, nicht begehbare Dämmschicht. Sollen einzelne Bereiche als Lagerfläche genutzt werden oder werden Laufwege für Revisionen benötigt, kann die Dämmung mit einer Kombination aus begehbaren und nicht begehbaren Dämmstoffen als teilweise begehbare Variante ausgeführt werden.

Zwischensparrendämmung

Die Zwischensparrendämmung ist die wirtschaftlichste Methode, um einen effizienten Wärmeschutz im Schrägdach zu realisieren. Sie ist von geübten Heimwerkern schnell und einfach umgesetzt und nutzt den vorhandenen Raum zwischen den Sparren im Dach ideal aus. Für die Zwischensparrendämmung eignen sich insbesondere formstabile Dämmstoffe aus Stein- bzw. Glaswolle, die elastisch sein müssen, um sich den Sparren fugendicht anzuschließen. Die Innenseite der Dämmung wird mit einer zusätzlichen luftdichten Folie – der sogenannten Dampfbremse – vor Feuchtigkeit geschützt, die durch übermäßige Kondensation entstehen kann. Die Dampfbremse ist extrem wichtig, um Schimmelbildung vorzubeugen.

Dachaufbau

  1. Dacheindeckung
  2. Lattung
  3. Unterdeckbahn
  4. Dachsparren
  5. Zwischensparrendämmung
  6. Dampfbremse
  7. Konterlattung
  8. Untersparrendämmung
  9. Wandverkleidung

Untersparrendämmung

Steigt der Temperaturunterschied zwischen der Außen- und Innenseite des Daches um mehr als 3°, strömt die warme Luft in Richtung Wand und entweicht nach draußen. Um diese sogenannten Wärmebrücken im Bereich der Sparren zu minimieren, wird zusätzlich zur Zwischensparrendämmung eine Untersparrendämmung installiert. Die nutzbare Wohnfläche wird dadurch nicht verkleinert, da die Untersparren-Klemmfilze nur zwischen die ohnehin benötigten Unterkonstruktionen der Innenverkleidung –meist Gipskartonplatten oder Holzpaneele – geklemmt werden. Die zusätzliche Dämmschicht kann auch sinnvoll als Installationsebene – wie etwa für Stromleitungen – genutzt werden.

Aufsparrendämmung

Die Aufsparrendämmung gilt als effizienteste, sauberste und platzsparendste Dachdämmung. Hier wird das Dach durch Dämmplattenschichten mit meist integrierten Unterdeckbahnen von außen winddicht eingepackt. Vorzüge wie diese haben allerdings ihren Preis: Da die Aufsparrendämmung unterhalb der Dachziegel und außerhalb der Sparren angebracht wird, sollte diese Dämmung bestenfalls nur bei Neubauten und Komplettsanierungen durchgeführt werden. Besonders energieeffizient ist die Aufsparrendämmung aufgrund des Ausbleibens von Wärmebrücken. Der Dämmstoff bedeckt das Dach auf einer eigenen Ebene, sodass keine undichten Übergänge entstehen können. Hierbei geht kein Wohnraum verloren – das Dach "wächst" gewissermaßen nach außen. Ein ästhetischer Vorteil ist zudem, dass das Balkenwerk im Innenraum sichtbar bleibt. Die Schalung, die zwischen Sparren und Dämmung liegt, kann aus Holz sein und direkt die Innenverkleidung darstellen oder verputzt bzw. farbig gestaltet werden.

Dachaufbau

  1. Lattung mit daraufliegender Dacheindeckung
  2. Dämmung mit integrierter Unterdeckbahn
  3. Dampfbremse
  4. Schalung
  5. Dachsparren

Montageanleitung

Beispiel: Unter- und Zwischensparrendämmung

Dämmmaterial zuschneiden (Abstand zwischen den Sparren + Zusatz von 1 cm)

Dämmstoff zwischen die Sparren klemmen

Dampfbremsfolie mit Tacker an den Sparren fixieren

Nahtstellen und Ränder mit Spezialklebeband und speziellem Dichtkleber abdichten

Konterlattung und Untersparrrendämmung anbringen

Wandverkleidung auf der Konterlattung verschrauben

Bei der Modernisierung des Daches geht es meist darum, die Dämmung nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) anzupassen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Zwischensparrendämmung

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Zwischensparrendämmung anzubringen. Eine davon ist die Anbringung von innen, welche meist verwendet wird, wenn das Dachgeschoss bisher noch nicht als Wohnraum genutzt wurde. Besonders vorteilhaft daran ist, dass ohne Gerüste und Entfernen der Dacheindeckung gedämmt werden kann. Anders sieht es bei der Zwischensparrendämmung von außen aus: Diese Technik wird verwendet, wenn der Dachraum bereits bewohnt ist und das Dach inklusive Dacheindeckung ohnehin erneuert werden soll. Das Dach wird von außen bis auf die Innenverkleidung des bewohnten Dachraums abgetragen und mit Dampfbremse, Zwischensparrendämmung, Unterdeckbahn und häufig auch mit zusätzlicher Aufsparrendämmung neu gedämmt. So kann der Wohnraum während den Bauarbeiten weiterhin normal genutzt werden.

Aufdopplung

Wenn in Altbauten die Dachsparren zu dünn für eine Zwischensparrendämmung sind, werden diese mit Kanthölzern aufgedoppelt. Das bedeutet, dass auf die bestehenden Sparren ein Kantholz geschraubt wird. Die Sparrendicke wird somit vergrößert, um Platz für ausreichend dicke Dämmstoffschichten zwischen den Sparren zu schaffen. Zusätzlich kann hier auch noch eine Untersparrendämmung angebracht werden, um die Dämmleistung weiter zu erhöhen.

Untersparrendämmung

Falls das Dachgeschoss schon zu einem früheren Zeitpunkt mit einer Zwischensparrendämmung ausgestattet wurde und diese auch noch gut in Schuss ist, reicht es oft schon aus, eine Untersparrendämmung anzubringen. Ist das Dachgeschoss bereits bewohnt, muss die vorhandene Wandverkleidung demontiert werden. Diese besteht meist aus Gipskartonplatten oder einer Holzverkleidung und kann leicht entfernt werden. Die bisherige Dampfbremse kann in diesem Zuge gleich mitentfernt werden, da ohnehin eine neue zum Einsatz kommen muss. Ist die bisherige Zwischensparrendämmung nicht mehr intakt oder wurde noch gar keine Dämmung angebracht, empfiehlt sich eine Zwischen- oder Aufsparrendämmung.

Aufsparrendämmung

Eine Aufsparrendämmung macht Sinn, wenn bei bisher ungedämmten Dachräumen die Dacheindeckung sowieso erneuert werden muss oder wenn ein bereits ausgebauter Dachraum energetisch aufgewertet werden soll. Hierzu wird das Dach bis auf die Sparren abgedeckt. Falls noch keine Schalung auf den Dachsparren aufliegt, wird diese als Basis für die Dampfbremse und das Dämmmaterial mit integrierter Unterdeckbahn angebracht. Darüber wird dann die Lattung für die Dacheindeckung installiert.

Baugenehmigung

Bleibt die äußere Gestalt des Hauses – wie bei einer Zwischensparrendämmung innen – unverändert, brauchen Sie keine Baugenehmigung. Diese wird erst nötig, wenn sich Statik und Dachgestalt – wie bei der Aufsparrendämmung – verändern, oder wenn neuer Wohnraum unterm Dach entsteht. In diesem Fall müssen Statik, Brandschutz, Wärme- und Schallschutz überprüft werden.


Flachdach

Nicht nur im Industrie- und Gewerbebau, sondern auch beim Bau von Einfamilienhäusern sind Flachdächer heute gefragter denn je. Unter dem Sammelbegriff werden alle Dächer zusammengefasst, die keine oder nur eine sehr geringe Dachneigung aufweisen. Die Wärmedämmung von Flachdächern ist eine besondere Herausforderung. Durch kleinste undichte Stellen dringt Nässe ein, die nicht nur das Dämmmaterial zerstört, sondern auch zu Bauschäden führen kann. Auf eine sehr sorgfältige Abdichtung muss zwingend geachtet werden.

Konstruktionsweisen

Kaltdach (belüftetes Dach)

Kaltdächer sind zweischalig aufgebaut. Die untere Schale bildet die tragende Konstruktion, die darüberliegende Schale die Dachabdichtung, die das Dach vor Witterung schützt. Zwischen den Schalen befindet sich die Belüftungsebene, durch die eventuell auftretende Feuchtigkeit abtrocknen kann. Damit die Belüftung überhaupt funktioniert, muss die Schicht hoch genug bemessen sein und die Öffnungen an den Seiten ausreichend dimensioniert. Durch den komplexen Aufbau können sehr leicht Probleme mit der Querlüftung entstehen, die zu schwerwiegenden Schäden führen. Ein weiterer Nachteil ist die geringere Tragfähigkeit gegenüber der Warmfassade, da die Kräfte zunächst auf die obere Schale anstelle der unteren wirken, die die eigentliche statische Funktion erfüllt. Die nachträgliche Realisierung einer Dachterrasse oder einer Begrünung ist mit viel Aufwand verbunden.

Warmdach (unbelüftetes Dach)

Die Konstruktion von Warmdächern stellt eine einschalige homogene Einheit aus mehreren Schichten dar, die deutlich einfacher strukturiert ist als das Kaltdach. Der klassische Aufbau eines Warmdaches – von unten nach oben – setzt sich zusammen aus: Tragkonstruktion (z. B. eine Stahlbetondecke), Dampfsperre, Trennlage, Wärmedämmung und Abdichtung. Neben der Gestaltung als einfache Dachhaut mit oder ohne Kiesschüttung lässt sich das als Warmdach ausgeführte Flachdach vielfältig nutzen. Möglich sind extensive und intensive Begrünungen sowie die Nutzung als Dachterrasse. Aufgrund der einfachen Konstruktion hat sich die unbelüftete Form des Flachdachs in der Praxis bereits durchgesetzt.

Aufbau Warmdach

  1. Abdichtungsoberlage
  2. Abdichtungsunterlage
  3. Gefälledämmung
  4. Dampfsperre
  5. Voranstrich
  6. Tragkonstruktion

    Umkehrdach

    Eine Unterform des Warmdaches ist das Umkehrdach. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hier um einen umgekehrten Dachaufbau. Das bedeutet, dass die Wärmedämmung nicht unterhalb der Abdichtung platziert ist, sondern darüber. Das Dämmmaterial ist somit der Witterung ausgesetzt und muss entsprechend robust sein. Zudem darf es kein Wasser aufnehmen. Dadurch, dass die Dämmplatten auf der Abdichtung platziert sind, wird diese vor mechanischen Schäden geschützt. Außerdem dämmen die Platten gleichzeitig die darunterliegende Dachkonstruktion, was das "Arbeiten" des Materials verhindert und somit eine Materialermüdung verzögert.

    Durch immer weiter steigende Anforderungen an die Energieeffizienz von Häusern, erfreuen sich Flachdächer immer größerer Beliebtheit. Sie zeichnen sich durch eine sehr kompakte, würfelähnliche Form aus. Da die Oberfläche eines Würfels im Verhältnis zum Volumen vergleichsweise klein ist, fällt auch die Wärmeabstrahlung entsprechend gering aus, wenn das Gebäude beheizt wird. Flachdächer eignen sich besonders gut für den Bau von Niedrigenergie- und Passivhäusern. Neben dem energetischen Aspekt überzeugen Flachdächer noch mit weiteren Vorteilen: Ein Flachdach verleiht dem Haus, als Kontrast zu den weit verbreiteten Steildächern, eine zeitgemäße, extravagante Optik und ist dank moderner Materialien langlebig und wartungsarm. Weil das oberste Geschoss keine Dachschrägen aufweist, wird auch keine Wohnfläche verschwendet. Bei der Installation einer Photovoltaik-Anlage können die Kollektoren optimal zur Sonne ausgerichtet werden. Ein Flachdach eignet sich auch optimal zur Begrünung oder als Dachterrasse.

    Dampfsperre

    Flachdächer sind gegen Feuchtigkeit von außen und innen zu schützen. Außen wird eine Abdichtung gegen Regen oder Schnee angebracht, z. B. in Form von Kunststoff- oder Bitumen-Dachbahnen; innen braucht es eine Dampfsperre gegen Feuchtigkeit aus dem Innenraum. Im Gegensatz zu einer diffusionsoffenen Dampfbremse, die eine gewisse Menge an Feuchtigkeit transportiert, ist eine Dampfsperre komplett diffusionsdicht. Sie lässt keinerlei Wasser oder Wasserdampf durchkommen, um die Dämmung vor Feuchtigkeit zu schützen. In den meisten Fällen befindet sich die Dampfsperre oberhalb der Konstruktion bzw. unterhalb der Dämmung und übernimmt bei heutigen Konstruktionen zusätzlich die Aufgabe der Luftdichtschicht.

    Abdichtung

    Abdichtung

    Niederschläge werden bei einem Flachdach langsamer abgeführt als bei einem Steildach. Aufgrund der geringen Neigung kann es vorkommen, dass sich auf der Dachfläche kurzzeitig Pfützen bilden. Damit in das darunterliegende Bauwerk kein Wasser eindringen und Schäden verursachen kann, ist eine dauerhafte und leistungsstarke Abdichtung notwendig. Drei Materialien haben sich in Baupraxis etabliert:

    • Bitumenbahnen
    • Kunststofffolien
    • Flüssigkunststoff

    Sie alle weisen spezifische Eigenschaften bezüglich ihrer Verarbeitung auf und sind trotz unterschiedlicher Ausgangsstoffe gleichermaßen für die Belastungen geeignet, die auf der Dachfläche auf sie einwirken. Neben der Feuchtebelastung zählen dazu Temperaturschwankungen, Mikroorganismen, Schadstoffe sowie verdünnte Chemikalien.

      Dämmung

      Dämmung

      Bei Flachdächern ist die Dämmung unter der Abdichtung zu finden. Das Umkehrdach ist die Ausnahme dieser Regel. Grundsätzlich können alle Dämmmaterialien für den Wärmeschutz eingesetzt werden. Da Flachdächer meist durch Kies, eine Begrünung oder die Nutzung als Dachterrasse belastet werden, haben sich besonders druckfeste Materialien vermehrt durchgesetzt. Dazu zählen:

      • Extrudierter Polystyrol (XPS)
      • Expandierter Polystyrol (EPS)
      • Polyurethan/Polyisocyanurat (PUR/PIR)

        Entwässerung

        Entwässerung

        Wenngleich auch eine Abdichtung vorhanden ist – Niederschlagswasser muss möglichst zügig vom Flachdach ablaufen. Die Entwässerung erfolgt in der Regel innenliegend. Jede Teildachfläche wird über einen Dachablauf und einen Notablauf entwässert, der als Gully auf dem Dach sichtbar ist. Im Gebäude wird das Wasser über ein Fallrohr in die Kanalisation geleitet. Dachabläufe werden meist mit Einbaumanschetten geliefert, die mit den Abdichtungsbahnen verklebt oder verschweißt werden. Grundsätzlich sind Flachdächer mit einem Gefälle von mind. 5° auszuführen. Das verhindert die Bildung von Pfützen und Schlammablagerungen. Das erforderliche Gefälle lässt sich über einen Gefälleestrich oder eine in der Höhe variierende, keilförmige Wärmedämmung herstellen.

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