Edelputze – Make-up für die Wände

Edelputze sind immer dann gefragt, wenn Wände oder Fassaden besonders dekorativ wirken sollen. Das war schon bei den alten Griechen so, die ihre Tempelanlagen mit verschiedenen Mörtelmischungen attraktiv verkleideten.

Was ist Edelputz?

Wenn man streng nach den Regeln geht, sind Edelputze weiße oder farbige mineralische Werk-Trockenmörtel, aus denen Oberputze nach DIN V 18550 hergestellt werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden aber auch Kunstharzputze als Edelputze bezeichnet, sofern sie Wände verschönern. Zumal Kunstharzputze häufig so ausgearbeitet werden, dass sie die Struktur und Optik eines mineralischen Putzes besitzen.

Bei den mineralischen Putzen wird zwischen dünn- und dickschichtigen Putzen unterschieden. Die Schichtdicke orientiert sich bei Dünnschichtputzen am Größtkorn: Der Putz ist maximal so dick wie dieses Korn, das zwischen zwei und fünf Millimeter Durchmesser haben kann. Beliebte dünnschichtige Edelputze sind Scheibenputz, Rillenputz, Münchner Rauputz oder Reibeputz, die sich von ihrer Struktur und Herstellungweise teilweise deutlich unterscheiden. Zu den klassischen Dickschichtputzen zählen Modellierputze, Kratzputze, Kellenwurfputze oder Filzputze. Die Schichtdicke beträgt bei diesen Putzen in der Regel zwischen 10 und 15 Millimeter – also wesentlich mehr, als das jeweilige Größtkorn.

Putzarten

Rillenputz

Klassischer Dünnschichtputz ist der Münchner Rauputz, bei dem es sich genau genommen um einen Rillenputz handelt. Die charakteristischen Rillen können bei diesem Putz durch waagerechtes oder kreisendes Reiben erzeugt werden. Man erhält also völlig unterschiedliche Strukturen. Dazu wird der Rillenputz zunächst mit einer Glättkelle aufgetragen und scharf abzogen. Anschließend wird dem Putz mit einem Reibebrett die gewünschte Struktur verpasst. Üblicherweise wird der Rillenputz mit Trockenmörtel angerührt, es gibt aber auch Rillenputze, die bereits fertig angemischt in pastöser Form in Eimern erhältlich sind. In diesem Fall handelt es sich dann um Kunstharzputze.

Scheibenputz

Im Vergleich zum Rillenputz hat der Scheibenputz eine feinere Struktur, die an einen Kratzputz erinnert. Der Unterschied zum Rillenputz besteht auch darin, dass gebrochene anstatt runde Körner zum Einsatz kommen. Aufgetragen wird der Scheibenputz mit einer Glättkelle. Anschließend wird der Putz auf Korngröße abgezogen, und durch Reiben erhält er die gewünschte Struktur. Durch Verwendung verschieden großer Körner sind unterschiedliche Optiken möglich. Scheibenputze gibt es auf Basis von Kalk-Zement, Siliconharz, Kaliwasserglas und Dispersionen für den Außen- und Innenbereich.

Reibeputz

Ähnlich wie bei Rillenputz werden auch beim Reibeputz runde Körner verwendet. Die für Reibeputz typische Struktur entsteht durch das Abreiben mit dem Reibebrett. Die für drinnen und draußen erhältlichen Putze gibt es als Kunstharzputze oder auf mineralischer Basis.

Kratzputz

Bei den dickschichtigen Edelputzen gehört der Kratzputz mit seinen herausspringenden Körnern zu den beliebtesten Putzvarianten. Der Kratzputz wird nur auf Basis der mineralischen Bindemittel Zement oder Kalk angeboten. Wenn der Putz mit der Maschine aufgebracht wird, dürfen nur Zuschläge mit einem Größtkorn bis zu neun Millimeter verwendet werden. Bei Handauftrag sind auch Körner mit einem Durchmesser bis zu 15 Millimeter möglich. Wird Kratzputz einlagig aufgebracht, beträgt die Schichtdicke 20 bis 25 Millimeter. Durch Abkratzen der Oberfläche mit einem Nagelbrett nach dem Erhärten des Putzes verringert sich die dicke der Putzschicht auf acht bis zehn Millimeter.

Modelierputz

Wer die Putzfläche ganz individuell gestalten möchte, der greift am besten zu einem Modellierputz. Dieser Putz wird zunächst in beliebiger Dicke aufgetragen und bekommt anschließend mit Kelle oder Spachtel eine ganz individuelle Struktur verpasst. Hier können sich Künstler austoben.

Filzputz

Wer es lieber dezent haben möchte, greift jedoch eher zu einem Filzputz. Die Oberfläche eines Filzputzes ist relativ glatt und es ist nur eine ganz unauffällige Struktur zu erkennen. Wie anderer Putz wird dieser zunächst mit der Kelle oder dem Spachtel aufgetragen. Anschließend wird er mit einer Schwammscheibe „abgefilzt“.